Das Weihnachtsportal 2017

Silvesterbräuche in England

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Silvester wird in England, wie in Deutschland auch, in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar gefeiert. Die Silvesterbräuche gleichen im Wesentlichen jenen hierzulande bei uns, allerdings gibt es auch viele landestypische Besonderheiten. Wie in Deutschland auch, ist Silvester ein ganz normaler Arbeitstag, der Neujahrstag dagegen ein Feiertag.

Traditionell wird am Nachmittag des 31. Dezembers das Haus gründlich für das neue Jahr geputzt und die Asche aus dem Kamin oder Ofen wird geleert. Außerdem werden alle offenen Rechnungen beglichen.

Üblicherweise wird Silvester im Freundes- und Familienkreis zelebriert. Zu diesem Zweck werden traditionell Partys zu Hause abgehalten. Neuerdings ist es aber gerade bei den jüngeren Briten auch in Mode gekommen, gemeinsam in Bars, Pubs oder Clubs zu gehen und dort den Silvesterabend zu feiern. In den Großstädten versammeln sich Menschenmengen zur Mitternacht auch an öffentlichen Plätzen, so etwa in London am Themsenufer gegenüber vom Parlamentsgebäude.

Schlägt die Uhr 12, sind alle Augen auf den Glockenturm am Westminsterpalast gerichtet, wo der berühmte Big Ben das neue Jahr im wahrsten Wortsinn „einläutet“. Dazu werden gerne auch volkstümliche Lieder eingestimmt. Das bekannteste von ihnen ist Auld Lang Syne. Auch in England ist es üblich, zur Mitternacht mit Sekt oder Champagner anzustoßen. Wie bei uns in Deutschland werden außerdem gerne Vorsätze für das neue Jahr gefasst.

Nach Mitternacht gibt es dann den Brauch des „First Footing“, das bedeutet, dass man an der Eingangstür auf den ersten Gast im neuen Jahr wartet. Dieser sollte idealerweise männlich sein und dunkle Haare haben, dies wird als Glücksbringer gewertet. Dieser Brauch stammt noch aus der Zeit der Vikinger, als blonde Männer Ärger bedeuteten. Idealerweise sollte der Gast auch Brot, Kohlen, Salz oder eine Flasche Wiskey mit sich bringen. Eine Frau als erster Gast ist ungern gesehen, denn man sagt ihr nach, dass sie Pech bringt.

Besonders hartgesottene Briten starten auch mit einem Abstecher ins kühle Nass ins neue Jahr. Gleichgesinnte finden sich dazu am Neujahrsmorgen nicht selten an Seen, Flüssen oder an der Meeresküste ein.

Ein bedeutender Unterschied ist übrigens, dass Feuerwerk in England in der Silvesternacht keine so große Rolle spielt wie bei den Deutschen. Es ist durchaus untypisch, dass man sich mit Chinaböllern oder Raketenbatterien „bewaffnet“ und böllernd um die Häuser zieht. Dies würde in England nicht nur als unverschämt empfunden werden, auch gesetzlich ist einem solchen Verhalten ein Riegel vorgeschoben worden. Viele Feuerwerkskörper, die in Deutschland an Silvester zum Standardrepertoire gehören, sind dort gar nicht erlaubt.

Jegliche Form von Knallkörpern, die zum Werfen geeignet sind, wurden beispielsweise in den 90er Jahren verboten. Dazu gehören die in Deutschland beliebten roten „China-Böller“, „Kanonenschläge“ und „Harzer Böller“. Der Grund ist, dass es mit diesen Knallkörpern immer wieder zu schweren Verletzungen kam. Nur die harmlosen Knallfrösche sind erlaubt. Ebenso verboten sind Kettenböller und Feuerwerkskörper, die sich durch eine unberechenbare Flugbahn auszeichnen, wie „Bienen“ und „Heuler“. Auch Raketen und „Römische Feuer“ sind verboten. Erlaubt sind im wesentlichen noch Feuerwerksbatterien, allerdings dürfen diese je nach Typ in nicht weniger als 5-25 Metern Abstand zu Menschenmengen angezündet werden. Generell ist Privatpersonen das Abbrennen von Feuerwerk in der Öffentlichkeit, also auf Straßen und Plätzen, verboten. Es gibt aber natürlich eine große Zahl professionell organisierter Feuerwerke.