Das Weihnachtsportal 2017

Weihnachtsbräuche in Griechenland

Geschenke gibt es erst zum neuen Jahr

 

Die griechische Weihnacht und ihre Weihnachtsbräuche unterscheiden sich nicht mehr erheblich von den Weihnachtsbräuchen und –traditionen anderer Länder in Europa. Dies liegt vornehmlich daran, dass auch Griechenland – ebenso sie Deutschland – ein weitestgehend christlich geprägtes Land ist. Die meisten Christen gehören jedoch der orthodoxen Kirche an, weshalb das Osterfest das im direkten Vergleich wichtigere Fest im Jahr darstellt.

 

Weihnachtsbaum und Weihnachtsgebäck gehören heute ebenfalls zum Brauch

Wie es auch in den meisten anderen europäischen Ländern üblich ist, so darf auch im griechischen Weihnachtskult der geschmückte Weihnachtsbaum und das klassische Weihnachts- und Adventsgebäck heute nicht mehr fehlen. Besonders beliebt und typisch für die griechische Weihnacht ist das „Kourambiedes“ – das sind Butterplätzchen mit Mandeln und viel Puderzucker. Viele Familien schwören außerdem auf „Melomakarona“, eine Gebäcksorte, die vornehmlich aus Honigsirup besteht. Der Weihnachtsbaum wird bereits Mitte Dezember geschmückt – ebenfalls wie in Deutschland und Mitteleuropa mit Lichterketten und festlichen Girlanden und Lametta.

 

Die Kinder gehen am Weihnachtsmorgen singen

Ein Brauch, der vor allem der deutschen Weihnachtstradition fremd ist, sind die Karlanda: Die Kindern gehen am Weihnachtsmorgen singend von Haus zu Haus und überbringen so die frohe Botschaft der Geburt Christi. Wurden sie damals noch mit Feigen und Nüssen belohnt, erhalten sie heute ein wenig Geld. Die singenden Kinder loben die Familie und mir ihr jedes Familienmitglied einzeln. Besonders reich belohnt werden diejenigen Kinder, die das Haus der Familie als erste betreten. Sie gelten als Segen für das Haus. Auf sie wartet ein reich gedeckter Tisch mit diversen Gaben und typischen Weihnachtsspeisen.

 

Kleine Dämonen und Unterweltkobolde besuchen die Menschen

Auch wenn die Weihnachtsbaum Tradition weitestgehend aus dem westlichen und mitteleuropäischen Weihnachtsbrauch übernommen worden ist, ist sie in Griechenland mittlerweile fest verankert. Es gibt jedoch einen Unterschied: Der Weinachtsbaum symbolisiert dem griechischen Brauch nach den Baum, der die Erde hält und stützt. Der griechischen Vorstellung nach kommen kleine Dämonen und Unterweltkobolde, die „Kalikanzari“ und versuchen, diesen Baum zu fällen. Kurz bevor sie ihr Werk vollenden können wird Jesus geboren und die Unterweltdämonen und – kobolde kommen für 12 Tage an die Oberwelt, um die Menschen zu stören und zu belästigen.

Der „Killantzaros“ lässt in Folge die Milch versauern, flechtet die Schweife der Tiere und lässt die Flammen erlischen, um die kleinen Plagegeister von den Menschen fernzuhalten. Die Kamine der Griechen brennen die ganzen 12 Tage lang.

 

Geschenke gibt es erst zum neuen Jahr

Anders als in Deutschland und anderen Ländern Europas werden die Geschenke oft nicht schon am heiligen Abend oder gar am 1. Weihnachtsfeiertag verteilt. Die Kinder warten oft noch bis zum 1. Januar. Der Vorstellung nach bringt der heilige Vassilius persönlich die Geschenke an die Betten der Kinder. Viele Familien haben jedoch auch schon den für uns typischen Weihnachtsbrauch übernommen: Gemäß der uns bekannten Tradition liegen die Geschenke dann ebenfalls schon am 24. Dezember unter dem Weihnachtsbaum.

 

Ein hölzernes Schiff ersetzte lange Zeit den Weihanchtsbaum

Der Weihnachtsbaum hatte noch nicht immer seinen Platz im griechischen Weihnachtsbrauch. Stattdessen wurde lange Zeit ein hölzernes Schiff aufgestellt, das verziert und geschmückt wurde. Am 23. Dezember wurde das sogenannte Weihnachtsfeuer entzündet, um das neu geborene Christuskind zu wärmen und vor der Kälte der Nacht zu schützen. Dafür wurde das „Christoxilo“ aufbewahrt, das beste und größe Holzstück des Jahres. Die Kinder und Familienmitglieder bildeten einen Kreis um das Feuer und sangen typische Weihnachtsgesänge. In einigen Teilen Griechenlands ist dieser Brauch bis heute erhalten geblieben.