Das Weihnachtsportal 2017

Weihnachten in Griechenland

Das griechische Fest zur Weihnachtszeit

Griechenland ist ein Ort der Sonne und des mediterranen Klimas. So stellt sich für viele unweigerlich die Frage, ob hier überhaupt Weihnachten gefeiert wird. Die Antwort ist definitiv ja, den die Griechen sind sehr religiöse und schätzen Weihnachten inzwischen ebenso, wie das viel bedeutendere Ostern. Doch was ist griechisches Brauchtum zum Fest eigentlich? Welche Traditionen pflegen die Hellenen und wie sieht es mit dem Festessen auf den Tafeln aus? Ist die Griechische Weihnacht etwa ganz anders als hierzulande und worauf muss sich ein Gast zu dieser Zeit des Jahres einstellen?

 

Der Verlust der Einzigartigkeit

Tatsächlich auf erstaunlich wenig. Zu Weihnachten sind die Städte in Griechenland geschmückt wie hierzulande auch. Aus allen Schaufenstern erstrahlen die Lichterbögen und die Straßen sind mit Lichterketten und Sternen vollständig bestückt. Einzig die Masse der Lichter dürfte noch überraschen, denn von dezenter Anwendung ist hier keine Spur zu sehen. Auch sonst trifft man auf den obligatorischen Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz, der mit unzähligen Kugeln und Lichterketten versehen ist. Das alles allerdings bei milden Temperaturen und in der Regel ohne Schnee.

Auch in den Heimen der Griechen sieht es nicht anders aus. Hier findet sich ein Weihnachtsbaum und natürlich ist dieser mit Kugeln und Lametta bis oben hin behangen. Ein Schmuck, der auch in Deutschland immer noch sehr viele Anhänger hat. Selbst der Adventskranz hat es in diese Gefilde geschafft und so wird auch hier an jedem Advent ein weiteres Lichtlein entzündet.

Grund für diese vielen Ähnlichkeiten, die sich noch über unzählige weitere Punkte erstrecken ist die Orientierung an der westlichen Kultur. Seit dem Griechenland ein eigenständiger Staat ist, hat es eher Anleihen an mitteleuropäischen Werten genommen, als ein seinen christlich orthodoxen Wurzeln. Somit schwappten viel Sitten und Gebräuche – auch aus den USA – hierher über. Die Griechen wollten modern sein und sich mit dem Rest der Welt messen können. Dies galt auch für Weihnachten.

 

Die versteckten Kleinode

Doch auch bei den Griechen gibt es noch alte Sitten, die bis heute Gepflegt werden. Eine Besonderheit sind zum Beispiel die Kalanda, die hierzulande gerne als Sternsinger bezeichnet werden. In Griechenland wird diesen aber eine wesentlich größere Bedeutung zugemessen. Die ersten singenden Kinder die ein Haus betreten werden als Boten des Glücks willkommen geheißen. Sie erhalten eine immense Belohnung, die sich nicht nur in Geld äußert, sondern auch in der Bewirtung an einer reich gedeckten Tafel mit unzähligen Gerichten. Zudem erhalten Sie Weihnachtsgebäck und dürfen in jedem Fall von der obligatorischen Weihnachtspute kosten.

Zwar nicht mehr ganz soweit verbreitet, aber vor allem auf dem Lande immer noch gepflegt, wird der Brauch des Weihnachtsschiffes. Hierbei wird ein Schiff aus Holz gefertigt, dass dann am Heiligabend in Brand gesteckt wird. Jede Familie aus einem Dorf bewahrt zu diesem Zwecke den besten und schönsten Scheit ihres Feuerholzes das ganze Jahr über auf. Dieser wird dann am Weihnachtsabend auf das Schiff gelegt und mit diesem zusammen verbrannt. Der Brauch stammt eigentlich aus Byzanz und symbolisiert mit dem Anbrennen des Weihnachtsscheites, eine wärmende Spende für das gerade geborene Jesuskind.

 

Es wird aufgetafelt

Wie bei all ihren Festen lassen sich die Griechen auch zu Weihnachten nicht Lumpen und tischen der gesamten Familie reichhaltig auf. So ist die bereits erwähnte Pute ein Gericht, dass bei vielen Familien zum fest einfach dazu gehört. Aber auch Lamm oder Ziege, sowie sehr mageres Rind gehören hier auf den Speiseplan. Erstaunlicherweise fehlt der Fisch aber völlig, obwohl Griechenland seit jeher von Fischfang gelebt hat. Es ist aber vermutlich so, dass man sich an jenem Tag etwas gönnen möchte, dass nicht alltäglich ist.

Auch beim Gebäck gehen die Griechen immer noch ihre eigenen Wege. Sehr beliebt sind zum Beispiel die Kourambiedes. Hierbei handelt es sich um Butterplätzen mit Mandeln die mit sehr viel Puderzucker bestreut werden. Auch die Melomakarona sind ein Hochgenuss, denn in diesen an Keksen erinnernden Süßigkeiten wird echter und feinster Honigsirup in rauen Mengen verarbeitet.